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April, April – Alles nur die Wahrheit?

Die diesjährige Fastenaktion der Evangelischen Kirche greift ein schwieriges Thema auf. „Mal ehrlich! 7 Wochen ohne Lügen“! Ganz häufig habe ich Kommentare dazu gehört, die zum Ausdruck gebracht haben wie bescheuert dieses Thema ist, denn wer komme schon ohne Lügen aus, oder könne gar ganz auf sie verzichten? Ein Leben ohne Lügen scheint unmöglich und auch in unseren volkstümlichen Gebräuchen scheint eine lügenfreie Zeit nicht zum 1. April zu passen.
Doch geht das nun, das ehrliche Leben? Kommen wir ohne Lügen aus?
Mit dem Lügen ist das nämlich so eine Sache, denn es gibt verschiedene Arten von Lügen. Da sind zum einen die „schwarzen Lügen“. Diese Lügen sind die gemeinsten. Sie zielen alleine darauf dem anderen zu schaden, ihn zu verletzen, zu demütigen und ihn im schlechtesten Licht stehen zu lassen. Dann sind da die „blauen Lügen“, jene die benutzt werden, um einen eigenen Vorteil zu behalten. Wie oft hören wir diese Lügen schon in unseren Kindergärten, wenn es Streit darum gibt, wer mit dem Spielzeug nun spielen darf und derjenige, der dem anderen gerade den Bagger weggenommen hat steif und fest behauptet: „Ich hatte den zuerst!“? Nehmen wir nur die schwarzen und die blauen Lügen in den Fokus, dann fällt das Urteil klar aus: Wie schön und friedlich könnte unsere Welt sein, wenn es keine Lügen gäbe?
Dann sind da aber noch die „weißen Lügen“! Diese Lügen benutzen wir um andere zu schützen, um sie nicht zu verletzen, oder in Gefahr zu bringen. Wie würde unser Leben aussehen, wenn es diese Lügen nicht mehr gäbe? Was wäre, wenn wir zum Essen eingeladen werden und etwas auf die Tafel kommt das unseren Gaumen in keinster Weise erfreut und wir auf die erwartungsvolle Frage des Gastgebers, ob es denn schmeckt antworten würden: „Das ist das Schlechteste, das ich je gegessen habe!“ – Würde das den Gastgeber verletzen? Was wäre, wenn die Menschen, die sich für andere eingesetzt haben, die Verfolgte und Bedrohte versteckt haben, den Verfolgern auf die Frage „Haben sie jemanden versteckt?“ mit „Ja“ geantwortet hätten? Und auch die kleinen Scherze, die wir uns am 1. April zur gegenseitigen Erheiterung spielen, würde es in dieser Welt nicht mehr geben.
Wenn ich nun darüber nachdenke, bin ich mir sicher, dass wir in unserer Welt ohne alle Lügen nicht besser leben würden. An den richtigen Stellen gehören Lügen zu unserem Leben dazu. Entscheidend ist vielmehr die Motivation, die mich Lügen lässt, die innere Einstellung die zum Tragen kommt.
Im 26. Psalm schreibt David: „Prüfe mich, Herr, und erprobe mich, läutere meine Nieren und mein Herz! Denn deine Güte ist mir vor Augen und ich wandle in deiner Wahrheit.“ Auch wenn wir nicht immer ehrlich sind, lassen sie uns zumindest in Gottes Wahrheit wandeln. Und nun, lassen wir uns was Gutes einfallen – April, April!

Pfarrer Benjamin Schiwietz, Stellvertretender Dekan des Evangelischen Dekanats Westerwald

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