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Augenblick mal - Dialogischer Text zum Reformationsjubiläum

Werner: Lieber Marco, 500 Jahre Reformation. Für mich bedeutet das 500 Jahre mit dem
richtigen Schwerpunkt, nämlich der wortwörtlich evangelischen, d.h. frohen Botschaft von
Jesus und mit dem Glauben an einen liebenden und gnädigen Gott als himmlischen Vater.
Aber mich schmerzt auch die Trennung der Kirchen, der 30-jährige Krieg im 17.
Jahrhundert, zerstörte Klöster, gegenseitige Verfolgung und Verachtung und bis heute das
Herumreiten auf den jeweils eigenen Positionen.
Marco: Lieber Werner! Die Reformation war eine notwendige Neuausrichtung auf Gottes
Wort und somit ein Glücksfall. Wir sagen heut Brüder und Schwestern zueinander und so
sollten wir auch unsere Konfessionen verstehen. Wir sind als Geschwister eben etwas
unterschiedlich und mit eigenem Charakter, aber wir schauen mit Jesus, unserem Herrn,
alle auf den gleichen Vater. Ein Vater im Himmel. Das kann nur bedeuten, dass wir
Geschwister sind.
Werner: An dieser Stelle möchte ich auch noch einmal deutlich sagen: Jeder Mord, jede
Bosheit, aller Hass, jede Beschimpfung von Katholiken von evangelischer Seite aus waren
Schuld. Ich wollte, das wäre nie geschehen und bedaure es sehr. Wir können nur mit dem
Vater Unser beten: vergib uns unsere Schuld wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.
Marco: Jede Form von Gewalt ist auch ein Anschlag auf Evangelium. Weißt du:
Rechthaberei ist ein Schlüsselproblem hierbei. Bei der Rechthaberei geht es nämlich mehr
um das Ego, was sich von der anderen Meinung in Frage gestellt fühlt, als um die Suche
nach Wahrheit. Wir sind oft zu stolz, uns einzugestehen, dass wir nicht auf der
„Gewinnerseite“ stehen. Leider mündete das in Gewalt. Ein uraltes biblisches Motiv findet
sich hier.
Werner: Wir kriegen das in Zukunft besser hin, oder? Wir beide sind verantwortlich, ich für
evangelische Jugendliche und du für katholische Jugendliche im Westerwald. Wir haben
große Chancen zur Zusammenarbeit. Lass uns gemeinsam Gott loben und uns gemeinsam
einsetzen für die Nöte, Sorgen und Probleme der Menschen in unserer Gesellschaft. Lass
uns auf diesem Weg miteinander unterwegs.
Marco: Ja. Katholische Jugendliche fühlen sich bei euch wohl und Zuhause und
evangelische besuchen ganz selbstverständlich unsere Angebote. Es schön und richtig,
dass wir als evangelische und katholische Seelsorger junge Christen miteinander in
Kontakt und Austausch bringen.
Werner:
Lass uns zusammen mit den Jugendlichen und mit allen Christen erste Seiten
aufschlagen eines neuen Kapitels der Gemeinsamkeit der Konfessionen für die nächsten
500 Jahre in Liebe zu Gott und in Liebe zu den Menschen. Dann machen wir es richtig. Dann
öffnet das Reformations-Jubiläum eine Tür in die Zukunft.
Marco: So sei es - Amen
Werner: Auch von meiner Seite aus ein lautes, deutliches Amen!


Werner Schleifenbaum, Dekanats-Jugendpfarrer im Ev. Dekanat Westerwald
Marco Rocco, Kath. Jugendseelsorger der Bezirke Westerwald/Rhein-Lahn

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