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Die neu erbaute Aula des Mädcheninternates in Sondiraya auf der indonesischen Insel Sumatra trägt künftig den Namen von Elisabeth Steinhard aus Kirburg. Mit der Namensgebung würdigt die Simalungun-Batak-Kirche (GKPS), die indonesische Partnerkirche des Evangelischen Dekanats Westerwald, die Gründerin und langjährige Leiterin des Internates. Elisabeth Steinhard war eng mit der Region und der Simalungun-Batak-Kirche verbunden. Sie wurde während des Krieges in einem Internierungslager in Indonesien geboren. Durch den Zweiten Weltkrieg wird Steinhards Familie, ihr Vater, der Pfarrer und Missionar war, ihre Mutter und ihre beiden Geschwister inhaftiert. Erst 1946 kann der Vater, 1947 der Rest der Familie ausreisen. Der Vater nimmt 1948 eine Pfarrstelle in Kirburg im Westerwald an. Künftig und immer wieder danach Elisabeth Steinhards Heimat. Sie beendete im Westerwald die Schule und machte anschließend eine Ausbildung zur Kinderkrankenschwester. Dann besuchte sie die Bibelschule in Wuppertal. Sie entschloss sich, nach Indonesien zurückzukehren und reiste 1967 als Missionsschwester nach Nordsumatra zur Simalungun Batak Kirche aus, der heutigen Partnerkirche der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau. Dort baute sie als junge Frau mit viel Engagement ein Mädcheninternat in Sondiraya auf, in dem bis heute ständig mehr als hundert Mädchen ausgebildet werden. Als die GKPS 1976 Frauen zum Pfarramt zuließ, kamen die ersten Theologiestudentinnen aus diesem Internat. Nach einer Zusatzausbildung und einer weiteren Ausbildung zur Befähigung für den Pfarrdienst übernahm Steinhard ab 1984 die Frauenarbeit der GKPS und weiterer Kirchen in Nordsumatra. Außerdem war sie Mitglied der Schwesternschaft der Vereinten Evangelischen Mission (VEM) und viele Jahre deren Leiterin. Auch nach ihrer Rückkehr nach Deutschland blieb Elisabeth Steinhard der Partnerkirche eng verbunden. Zuletzt lebte sie gemeinsam mit ihrer Schwester im Haus Hildegardis in Langenbach bei Kirburg. Sie starb 2024 im Alter von 83 Jahren.
Die Christlich-Protestantische Simalungun-Kirche (GKPS) auf der Insel Sumatra geht zurück auf die Missionsarbeit der Rheinischen Missionsgesellschaft. Die Missionsarbeit im Simalungungebiet begann 1903 mit Missionar August Theis aus Haiger. Die entstehenden Gemeinden waren zunächst Teil der Toba-Batak-Kirche (HKBP). 1963, zum 60. Jubiläum, wurde die Simalungunkirche selbständig als Gereja Kristen Protestan Simalungun (GKPS).
Die GKPS versteht sich als lutherische Kirche und ist Mitglied im Lutherischen Weltbund, im Ökumenischen Rat der Kirchen und in der Vereinten Evangelischen Mission (VEM). Sie hat enge Beziehungen zur Lutherischen Kirche in den USA und Australien und zu mehreren Kirchenkreisen der Westfälischen und Rheinischen Kirche und der EKHN.
Die GKPS ist in den letzten Jahren stark gewachsen und zählt rund 228.000 Mitglieder, die in 11 Distrikten leben und in 632 lokalen Gemeinden angebunden sind. In der GKPS engagieren sich 300 Pastoren, 80 Gemeindepädagoginnen sowie 6385 Diakone. Jeweils vier bis sechs Gemeinden sind zusammengeschlossen zu einem „Resort“. Viele Simalungun-Christinnen und -Christen sind als Ehrenamtliche in der Kirche tätig.
Die Kirche unterhält zwei Krankenhäuser und viele Bildungseinrichtungen vom Kindergarten bis zur Oberstufenschule. Ein wichtiger Bestandteil der Arbeit der GKPS ist auch die Entwicklungsarbeit im ländlichen Raum.
Die Partnerschaft zwischen der GKPS und der EKHN besteht seit 1993. Die Evangelischen Dekanate Westerwald und an der Dill in der Propstei Nord-Nassau gestalten die konkrete Partnerschaftsarbeit. Dazu gehören regelmäßige Besuche und die Unterstützung verschiedener Entwicklungsprojekte.
Dekan i.R. Martin Fries
Telefon: 02662/949321
E-Mail: martinfries(at)gmx.net