Der Besuch fand im Rahmen einer Veranstaltungsreihe des Zentrums für Bildung und Gesellschaft der Landeskirche statt. Neben den Teilnehmenden aus dem Westerwald waren diesmal auch zahlreiche Gäste aus Darmstadt, Mainz und dem Dekanat an der Dill dabei.
Sicherheitsgefühl stärken
Wilfried Kehr begrüßte die Teilnehmenden und machte deutlich, warum das Thema Sicherheit gerade in der heutigen Zeit von Bedeutung ist. Globale Krisen, politische Spannungen und wirtschaftlicher Druck verstärkten bei vielen Menschen das Gefühl von Unsicherheit. „Wir suchen Schutz im privaten und im öffentlichen Raum – da war es sehr naheliegend, ABUS um einen Betriebsbesuch zu bitten“, sagte Kehr. Trotz aller Vorkehrungen gebe es keine absolute Sicherheit. „Auch Gott verspricht sie nicht. Er verspricht nur, in aller Unsicherheit bei uns zu bleiben.“
Führung durch die Produktionsstätten
Empfangen wurde die Gruppe von Julian Bühne aus dem Besuchermanagement, der die Gäste durch den Betrieb führte. „Jeder könnte persönliche Erlebnisse erzählen von Diebstählen und Einbrüchen“, sagte Bühne. Sicherheit sei deshalb ein allgegenwärtiges Thema. Beim Rundgang konnten die Besucher einen Blick hinter die Kulissen des Unternehmens werfen und die verschiedenen Produktionsbereiche kennenlernen. Der Weg führte unter anderem an Metallstanzen und Fertigungsarbeitsplätzen vorbei, an denen Schlüssel und Schlösser hergestellt werden und durch die Verpackungsabteilung. Die Schwerpunkte der Produktion änderten sich im Jahresverlauf, berichtete Julian Bühne: „Im Sommer ist das Thema Fahrradschlösser ganz wichtig, im Winter Haussicherheit.“ Rund 80 Prozent der E-Bikes seien mit ABUS-Schlössern ausgestattet. Insgesamt beschäftigt das Unternehmen in Rehe rund 500 Menschen.
Made in Germany
Weiter in Deutschland zu produzieren, sei eine bewusste Entscheidung der Unternehmensleitung. Die Herstellung sei hier zwar deutlich teurer, dafür seien die Transportwege kürzer. „Die Mitarbeiter sind das wichtigste Gut, das wir haben“, beschrieb Julian Bühne die Haltung der christlich geprägten Geschäftsführung.
ABUS wurde 1924 im Ruhrgebiet gegründet. 1957 entstand der Betrieb in Rehe. Heute befinden sich hier unter anderem Forschung und Entwicklung, Produktion und Schulungseinrichtungen. Hergestellt werden mechanische und elektronische Sicherheitslösungen für Häuser, Wohnungen, Fahrzeuge und Fahrräder. Zum Sortiment gehören unter anderem Vorhangschlösser, Fahrrad- und Motorradschlösser, Schließzylinder, Fenster- und Türsicherungen, Alarmanlagen und Videoüberwachungen sowie Reit- und Schutzhelme. ABUS beschäftigt weltweit rund 4 000 Mitarbeitende und ist international in über 20 Niederlassungen vertreten.