Neue Pfarrerin ist am Ziel einer langen Reise

veröffentlicht 16.03.2026 von bon, Ev. Dekanat Westerwald

Die Evangelische Christusgemeinde Sayn-Wied Westerwald hat eine neue Pfarrerin: Gisella Loyola Herrera ist in der voll besetzten Evangelischen Kirche Roßbach ordiniert worden. Damit geht für sie eine lange Reise zu Ende: Nach einem berufsbegleitenden Studium und ihrem Vikariat ist sie nun am Ziel – und im Pfarrberuf angekommen.

 

„Gisella Loyola Herrera ist eine große Bereicherung für unsere Gemeinde“, sagt der Vorsitzende des Kirchenvorstands, Bernd Müller, zu Beginn des feierlichen Gottesdienstes in der festlich geschmückten Kirche. Festlich auch der musikalische Rahmen des Nachmittags: Der Evangelische Posaunenchor Höchstenbach, Organistin Susanne Kempf, der Chor FamOs und der Evangelische Kirchenchor Roßbach heißen die neue Pfarrerin mit Musik willkommen. Doch auch viele Weggefährten, Freunde und Familienmitglieder geben Gisella Loyola Herrera an diesem Tag gute Wünsche und Segensworte mit auf den Weg – unter anderem ihre Mutter, die aus Peru angereist ist. 

Herausforderungen gemeistert

Pröpstin Sabine Bertram-Schäfer schwärmt in ihrer Ansprache von der Energie der neuen Pfarrerin: „Ich habe Sie oft bewundert, wie Sie alle Herausforderungen meistern. Sie hatten Ihren Berufswunsch immer vor Augen und haben dafür viel Kraft in einen langen Weg investiert. Nun sind Sie am Ziel.“ Damit spielt die Pröpstin auf die Ausbildung der neuen Pfarrerin an: Von 2005 bis 2012 arbeitet sie als Jugendreferentin im Evangelischen Dekanat Selters; danach leitet sie unter anderem eine Jugendhilfeeinrichtung, ist in einer Familienberatungsstelle tätig und macht eine Ausbildung zur Systemischen Beraterin. 2020 entscheidet sie sich, ihren Glauben ganz zum Beruf zu machen und Pfarrerin zu werden. Sie belegt den berufsbegleitenden Masterstudiengang „Evangelisch-Theologische Studien“, ein Kooperationsprojekt der Universitäten Frankfurt und Mainz sowie der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau. Das anschließende Vikariat absolviert sie in Selters. 

Trost wird sichtbar

Ein langer, manchmal schwerer Weg, auf dem ihr der Glaube oft geholfen und Trost gespendet hat. Darüber spricht sie auch in ihrer Predigt: über den Trost, der „wie frisches Gras im Frühling wächst“, wie sie sagt. „Trost ist kein Unterdrücken des Schmerzes, kein ,Reiß Dich zusammen!‘. Trost geschieht durch Nähe. Er nimmt das Leid nicht weg, sondern kommt mitten ins Leid hinein“, sagt sie. „Gott lädt uns ein, seinen Trost zu empfangen. Habt keine Angst, enttäuscht zu werden, denn Gottes Trost wird sichtbar: durch ein Gebet, ein Wort, einen Menschen, der uns anruft. Er hat versprochen, uns zu trösten, wie einen eine Mutter tröstet.“

Am Ende des emotionalen Gottesdienstes dankt Gisella allen, die die Kirchengemeinde tragen und am Gottesdienst mitgewirkt haben – und freut sich sichtlich über dieses Miteinander: „Ich glaube, das macht Gemeinde aus, oder?!“, ruft sie nach dem Schlusssegen ins Kirchenschiff – und die Gäste antworten ihr mit lautem Applaus. (bon)