Musikkirche Ransbach-Baumbach-Hilgert feiert Geburtstag

veröffentlicht 05.08.2026 von Peter Bongard, Ev. Dekanat Westerwald

Wenn aus einer Idee eine kirchenmusikalische Institution wird: Die Musikkirche in Ransbach-Baumbach feiert ihren fünften Geburtstag und würdigt das „kleine“ Jubiläum mit einem großen, klangvollen Abendgottesdienst.

 Am Samstag, 19. September, erleben die Gäste ab 17 Uhr ein professionelles Barockorchester, das Werke unter anderem von Georg Friedrich Händel, Johann Sebastian Bach und Johann Crüger aufführt. Im Anschluss sind die Gäste eingeladen, den Geburtstag der Musikkirche im benachbarten Festzelt bei Getränken und Buffet zu feiern. 

Ein Glücksfall

Für Dekanatskantor Jens Schawaller war die Gründung der Musikkirche ein Glücksfall und ging mit einem Ortswechsel verschiedener Ensembles von Montabaur einher. In Ransbach-Baumbach haben Schawaller und viele MusikerInnen aber nicht nur einen neuen Ort für Proben und Konzerte gefunden: Dort ist 2021 etwas völlig Neues entstanden, glaubt Schawaller. Ein Ort des Glaubens, der Kreativität und des gemeinsamen Musizierens: „In den vergangenen fünf Jahren feierten wir fast 60 musikalische Abendgottesdienste und 20 große Konzerte. Das ist schon etwas Besonderes.“

Viel Zuspruch

Besonders ist auch das ehrenamtliche Engagement, das die Musikkirche trägt. „Sie lebt seit ihrer Gründung vom guten Willen vieler“, glaubt Monika Schlößer, die Vorsitzende des Fördervereins Musica Sacra e. V.: „Die Idee der Musikkirche hatte von Anfang an viel Zuspruch: Der damalige Kirchenvorstand sowie der ehemalige Dekan und Pfarrer in Ransbach-Baumbach – Hilgert, Wolfgang Weik, haben die Chance für die Kirchengemeinde und Region gesehen und das Projekt nach Kräften unterstützt.“ 

Hochklassiges bei freiem Eintritt

Das hat sich ausgezahlt: Die monatlichen musikalischen Abendgottesdienste und die Konzerte sind gut besucht und haben inzwischen so etwas wie eine Fan-Gemeinde: „Manche Gäste kommen regelmäßig aus Koblenz und genießen es, dass sie bei uns hochklassige Musik erleben, ohne dafür Eintritt zahlen zu müssen“, sagt Jens Schawaller. „Dass die Musikkirche solche Kreise zieht, liegt auch an unserem jetzigen Pfarrer Casten Schmitt“, betont Jens Schawaller. „Er ist ein Mensch, dem es gelingt, andere zu begeistern und viele Akteure mit ins Boot zu holen.“ 

Kreativität teilen

Menschen wie die vielen Ehrenamtlichen: „Das Projekt lebt vom großen ehrenamtlichen Engagement. Ohne die vielen Helferinnen und Helfer wäre so etwas wie die Musikkirche nicht möglich“, sagt Carsten Schmitt. „Bei jedem Konzert bereiten sie ein Catering vor; wir haben ein Küsterehepaar, das sich vorbildlich einsetzt und unter anderem sogar ein Podest für den Chor gebaut hat.“ Aber auch eine ehrenamtliche Hauswirtschafterin und ein Regisseur bringen sich mit ihren vielfältigen Begabungen ein. Hinzu kommen diejenigen, die die Ensembles mit ihrem musikalischen Talent bereichern. „Viele kommen auf uns zu und wollen Teil von etwas werden – von der Kantorei oder von der Gruppe „trio flex“, zum Beispiel. Wir sind offen und freuen uns, dass sie sich und ihre Kreativität einbringen“, unterstreicht Jens Schawaller. Derzeit musizieren in der Musikkirche die Evangelische Kantorei, die Cappella Taboris, das Streichquartett der Cappella Taboris, das trio flex & friends, FRECHBLECH, das Duo Oho und tief4Blech.

Stürmend und still

Dieser kreative Ort hat in den vergangenen fünf Jahren viele Herzen berührt. Pfarrer Carsten Schmitt erinnert sich besonders gerne an den Auftritt von trio flex während der Reihe „Sieben Wochen Songs“ zurück: „Die MusikerInnen haben mit viel Inbrunst und allerlei kreativen Klangformern einen wahrhaft donnerndes Stück Musik interpretiert. Das war legendär!“, sagt er lächelnd. Monika Schlößer fand unterdessen den eher leisen Ewigkeitssonntag besonders bewegend: „Die Musik strahlte eine große Ruhe und Intimität aus – obwohl die Kirche voll war.“ 

Vielleicht ist genau das ein Geheimnis der Musikkirche: Sie ist ein Ort, in dem musikalische Gegensätze ihren Platz haben; das Donnernde und das Zarte; das Humorvolle und das Ernste. Und alles klingt. Sogar außergewöhnlich gut, findet Jens Schawaller: „Der Raum hat eine tolle Akustik. Sowohl wenn ihn ein ganzes Orchester mit Pauken bespielt – oder wenn jemand auf der Orgel einen Song von Abba interpretiert.“ 

Die Akustik ist das eine. Dass die Musik überhaupt fröhlich klingen kann, liegt an etwas anderem, sagen Schawaller, Schmitt und Monika Schlößer einhellig: „Die Musikkirche ist und bleibt ein Ort, der vom Engagement vieler lebt. Das ist das Entscheidende. Und daran wollen wir auch künftig arbeiten.“ (bon)