„Die Musik aus dem Zeitraum zwischen 1933 -1945 hat den Gefangenen geholfen zu überleben – oder auch von dieser Welt Abschied zu nehmen“, sagt Pfarrer und Religionslehrer Christof Haxel-Schamuhn. „Hinter den Lebensmelodien, die komponiert und gesungen, gespielt, manchmal auch auf hebräisch, ungarisch oder jiddisch aufgeschrieben wurden, verbergen sich menschliche Schicksale.“ Die zehnten Klassen des Musikgymnasiums haben einige dieser Melodien ausgewählt, sie neu arrangiert und mit selbst zusammengestellten kleinen Ensembles einstudiert. Die Schülerinnen und Schüler der 10. Klasse geben im Rahmen des Projekts mehrere Konzerte und vertiefen die Thematik mit einer Bildungsreise nach Polen mit Besuch des KZs in Ausschwitz.
Gegründet wurde das Projekt „Lebensmelodien“, das unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten steht, von Musiker Nur Ben Shalom, der selbst Angehörige während der Zeit des Nationalsozialismus verlor und einen Weg fand, die eigentlich zum Schweigen gebrachten Stimmen nicht in Vergessenheit geraten zu lassen.
Am Rande des Projektes Lebensmelodien ist in der Pfarrkirche Wirges bis zum 12. Juni auch die Ausstellung zur Lebensgeschichte der Wirgeser Familie Isselbacher zu sehen, aus der der bekannte US-amerikanische Mediziner Kurt Isselbacher hervor ging. Die jüdische Familie war vor der Verfolgung durch die Nationalsozialisten 1933 in die USA geflohen. Der Eintritt ist frei. Um Spenden wird gebeten.