Klimaschutzkoordinatorin nimmt Arbeit auf

veröffentlicht 09.06.2026 von shg, Ev. Dekanat Westerwald

Das Evangelische Dekanat Westerwald packt den Klimaschutz jetzt strategisch an: Ab sofort besetzt Dr. Sandra Herrmann die neu geschaffene Stelle der Klimaschutzkoordinatorin. Die auf vier Jahre angelegte Projektstelle soll Klimaschutzmaßnahmen in den Kirchengemeinden und der gesamten Region systematisch voranbringen.

Hintergrund ist ein ehrgeiziges Ziel: Die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) will ihre Treibhausgasemissionen bis 2035 um 90 Prozent senken und bis 2045 komplett klimaneutral sein. Um das zu erreichen, investiert die Landeskirche verstärkt in Personal und Mittel, unter anderem mit regionalen Koordinationsstellen in insgesamt sieben Dekanaten. Gefördert wird das Projekt durch die Kommunalrichtlinie der Nationalen Klimaschutzinitiative (NKI) des Bundesumweltministeriums sowie den Zukunftsfonds der EKHN.

Für Natur und Umweltschutz früh sensibilisiert

Dr. Sandra Herrmann, Jahrgang 1972, bringt viel Fachwissen für die neue Aufgabe mit. Aufgewachsen in Friedberg und Rosbach vor der Höhe, studierte sie Agrarwissenschaften mit dem Schwerpunkt Umweltsicherung an der Justus-Liebig-Universität Gießen und promovierte anschließend im Bereich der ökologischen Agrarwissenschaften. Ihre enge Verbindung zur Natur entstand schon früh:
„Als Pfadfinderin im Verband Christlicher Pfadfinder*innen habe ich die Natur in all ihren Facetten intensiv erlebt, beim Zelten, Wandern und Leben im Freien. Das hat mich nachhaltig geprägt“, sagt sie.
Gleichzeitig schärften Umweltkrisen wie das Waldsterben oder die Reaktorkatastrophen von Tschernobyl und Fukushima ihren Blick für die Realität:
„Mir wurde früh klar, dass wir handeln müssen, um unseren Kindern und Enkeln eine lebenswerte Zukunft zu hinterlassen.“

Klimaschutz als verbindendes Thema

Neben ihrer wissenschaftlichen Laufbahn sammelte Dr. Herrmann vielfältige Praxiserfahrung, unter anderem beim BUND und NABU, in der Umweltwerkstatt Wetterau sowie in landwirtschaftlichen Betrieben. Zuletzt arbeitete sie als Managerin auf einem Naturland-zertifizierten Milchviehbetrieb. Auch ehrenamtlich ist sie der Kirche eng verbunden: Sie engagiert sich in der evangelischen Jugend in der Erlebnispädagogik als Kletterteamerin und gründete zusammen mit dem Pfarrer ihrer heimischen Kirchengemeinde die Klimainitiative Linden e.V. 
In ihrer neuen Rolle im Westerwald sieht sich Dr. Herrmann vor allem als Partnerin für die Menschen vor Ort: „Ich möchte zuerst zuhören, die Bedürfnisse in den Gemeinden verstehen und dann gemeinsam Lösungen entwickeln.“
Klimaschutz will sie als verbindendes Thema verstehen, das auch die Zusammenarbeit im Nachbarschaftsraum stärkt: „Durch den Klimaschutz können wir enger zusammenwachsen und gute Lösungen für alle schaffen.“

Schöpfung bewahren

Zu ihren Kernaufgaben gehören künftig die Beratung der Gemeinden, das Erstellen von Energie- und Treibhausgasbilanzen sowie das Entwickeln von Energiespar-Strategien. Zudem wird sie Fördermittel beantragen, Netzwerke zu Kommunen aufbauen und Bildungsarbeit leisten. Ein besonderer Fokus liegt auf der nachhaltigen Energiegewinnung, klimafreundlicher Infrastruktur, wie E-Ladepunkten, sowie dem Schutz natürlicher CO₂-Speicher wie Wälder und Moore.
Für Dr. Herrmann ist die neue Aufgabe auch eine Herzensangelegenheit mit Blick auf den Glauben: „Ich sehe die Kirche hier ganz klar in einer Vorbildfunktion. Wer, wenn nicht wir, sollte Verantwortung für die Bewahrung der Schöpfung übernehmen?“