Indonesische Partnerkirche würdigt Gründerin des Mädcheninternates

veröffentlicht 30.09.2026 von shg, Ev. Dekanat Westerwald

Die neu erbaute Aula des Mädcheninternates in Sondiraya auf der indonesischen Insel Sumatra trägt künftig den Namen von Elisabeth Steinhard aus Kirburg. Mit der Namensgebung würdigt die Simalungun-Batak-Kirche (GKPS), die indonesische Partnerkirche des Evangelischen Dekanats Westerwald, die Gründerin und langjährige Leiterin des Internats.

Elisabeth Steinhard war eng mit der Region und der Simalungun-Batak-Kirche verbunden. Sie wurde während des Krieges in einem Internierungslager in Indonesien geboren. Durch den Zweiten Weltkrieg wird Steinhards Familie, ihr Vater, der Pfarrer und Missionar war, ihre Mutter und ihre beiden Geschwister inhaftiert. Erst 1946 kann der Vater, 1947 der Rest der Familie ausreisen. Der Vater nimmt 1948 eine Pfarrstelle in Kirburg im Westerwald an. Künftig und immer wieder danach Elisabeth Steinhards Heimat. Sie beendete im Westerwald die Schule und machte anschließend eine Ausbildung zur Kinderkrankenschwester. Dann besuchte sie die Bibelschule in Wuppertal. 

Rückkehr nach Indonesien und Schulgründung

Sie entschloss sich, nach Indonesien zurückzukehren und reiste 1967 als Missionsschwester nach Nordsumatra zur Simalungun Batak Kirche aus, der heutigen Partnerkirche der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau. Dort baute sie als junge Frau mit viel Engagement ein Mädcheninternat in Sondiraya auf, in dem bis heute ständig mehr als hundert Mädchen ausgebildet werden. Als die GKPS 1976 Frauen zum Pfarramt zuließ, kamen die ersten Theologiestudentinnen aus diesem Internat. Nach einer Zusatzausbildung und einer weiteren Ausbildung zur Befähigung für den Pfarrdienst übernahm Steinhard ab 1984 die Frauenarbeit der GKPS und weiterer Kirchen in Nordsumatra. Außerdem war sie Mitglied der Schwesternschaft der Vereinten Evangelischen Mission (VEM) und viele Jahre deren Leiterin. 

Auch nach ihrer Rückkehr nach Deutschland blieb Elisabeth Steinhard der Partnerkirche eng verbunden. Zuletzt lebte sie gemeinsam mit ihrer Schwester im Haus Hildegardis in Langenbach bei Kirburg. Sie starb 2024 im Alter von 83 Jahren.

Hintergrund: Die GKPS zählt rund 228.000 Mitglieder, die in 11 Distrikten leben und in 632 lokalen Gemeinden angebunden sind. In der GKPS engagieren sich 300 Pastor*Innen, 80 Gemeindepädagog*Innen sowie 6385 Diakone. Viele Simalungun-Christinnen und -Christen sind als Ehrenamtliche in der Kirche tätig. Die Kirche unterhält zwei Krankenhäuser und viele Bildungseinrichtungen vom Kindergarten bis zur Oberstufenschule. Ein wichtiger Bestandteil der Arbeit der GKPS ist auch die Entwicklungsarbeit im ländlichen Raum.
Die Partnerschaft zwischen der GKPS und der EKHN besteht seit 1993. Die Evangelischen Dekanate Westerwald und an der Dill in der Propstei Nord-Nassau gestalten die konkrete Partnerschaftsarbeit. Dazu gehören regelmäßige Besuche und die Unterstützung verschiedener Entwicklungsprojekte.