Für das Dekanat endet damit eine langwierige Suche: Nachdem der ehemalige Präses Volker Siefert sein Amt im Herbst 2024 niedergelegt hatte, übernahm Dekan Axel Wengenroth die Aufgabe kommissarisch.
Freude aufs gemeinsame Lernen
Während der Frühjahrssynode des Dekanats im Evangelischen Gymnasium Bad Marienberg übergab Dekan Axel Wengenroth Dietmar Engelberth symbolisch das Mikrofon für die Leitung der Sitzung, und die Synodalen begrüßten den neuen Vorsitzenden mit langem Applaus. „Ich freue mich sehr auf die Zusammenarbeit mit kompetenten Menschen in den vielfältigen Bereichen unseres Dekanats: der Kirchenmusik, den Finanzen, der Gemeindepädagogik und vielen mehr. Ich freue mich aufs Lernen. Auf das gemeinsame Lernen mit Ihnen.“ Der 67-jährige Dietmar Engelberth lebt in Hachenburg, ist Rentner und hat zuvor als Informatiker gearbeitet. Er ist Mitglied des Kirchenvorstands sowie des Trägervorstands der GüT, also der gemeindeübergreifenden Kita-Trägerschaft. Als Präses ist er künftig verantwortlich für die Führung der laufenden Geschäfte der Dekanatsverwaltung. Die Aufgaben in diesem Ehrenamt sind vielfältig: Sie reichen unter anderem von der inhaltlichen Vorbereitung der Dekanatssynoden über Personalgespräche bis hin zur Leitung der Sitzungen des Dekanatssynodalvorstandes.
Würdevoll Abschied nehmen
Neben der Präses-Wahl war das neue rheinland-pfälzische Bestattungsgesetz ein Thema der Frühjahrssynode. Die 2025 in Kraft getretenen Regelungen erlauben mehr Freiheiten: Unter anderem wird die Sargpflicht abgeschafft; die Asche der Verstorbenen darf auch auf dem Privatgrundstück verstreut werden und es sind Flussbestattung in Rhein, Mosel, Saar und Lahr möglich. Pfarrer Maic Zimmermann, der die Synodalen ins Thema einführt, freut sich, dass durch das Gesetz neue Bestattungsformen möglich sind und dass Abschiede von lieben Menschen künftig angemessener gestaltet werden können. „Unsere Aufgabe als Pfarrpersonen ist es, die Menschen, mit denen wir unterwegs sind, in ihren Bedürfnissen ernst zu nehmen“, sagt Maic Zimmermann. „Lassen Sie uns das neue Bestattungsgesetz nutzen, um mit den Leuten auf gute Art übers Sterben, den Tod und Trauer ins Gespräch zu kommen.“ Das kann in Gottesdiensten, in Vorträgen oder im persönlichen Gespräch geschehen, findet der Pfarrer und betont, wie wichtig neue Rituale, neue liturgische Formen sind, die Menschen in ihrer Vielfalt abholen.
Haushalt sieht “gar nicht schlecht” aus
Neben inhaltlichen Themen war auch das Tagesgeschäft Thema der Dekanatssynode: der Haushalt, den die Synodalen diesmal als Doppelhaushalt für die Jahre 2026 und 2027 mit zwei Enthaltungen und einer Nein-Stimme beschlossen haben. Ein Entwurf, der nach den Worten des Stellvertretenden Präses Stephan Keßler „gar nicht so schlecht aussieht“, obwohl ihm die negative Entwicklung der Mitgliederzahlen Sorge bereiten: Zurzeit gehören zum Evangelischen Dekanat Westerwald 48.036 evangelische Christinnen und Christen – rund 1300 weniger als im Vorjahr. „Trotzdem müssen uns die Zahlen im Haushalt keine Angst machen“, sagt Keßler. Die Ordentlichen Ergebnisse des Jahres 2026 (Minus 68 Euro) und 2027 (Minus 10.000 Euro) seien „vorsichtige Schätzungen“, die bei den jeweiligen Jahresabschlüssen wohl anders aussehen werden und im Plus enden.
Apropos Jahresabschluss: Die Eröffnungsbilanz nach dem Umstieg des Evangelischen Dekanats auf die Doppik hat gedauert. Nun liegt sie vor, und die Synode stimmte ihr mit einer Enthaltung und einer Neinstimme zu. Demnach liegt das Eigenkapital des Dekanats bei rund 2,7 Millionen Euro, die Bilanzsumme bei etwa 3,2 Millionen Euro. (bon)