Das historische Wassersystem gehört seit 2019 zum UNESCO-Weltkulturerbe. Die 35-köpfige Reisegruppe entdeckte in vier Tagen zahlreiche Kanäle, Wassertürme, imposante Prachtbrunnen und alte Wasserkraftwerke. Sie machten schnell greifbar, wie die Stadt schon vor Jahrhunderten geschickt mit dem kostbaren Nass umging.
Doch Augsburg steht eben nicht nur für Wasser, sondern auch für die Fugger. Jakob Fugger, seinerzeit einer der reichsten Männer überhaupt, hat die Stadt architektonisch und wirtschaftlich massiv geprägt. 1521 stiftete er die Fuggerei, die älteste Sozialsiedlung der Welt. Noch heute stehen dort 67 Häuser mit 142 Wohnungen sowie eine eigene Kirche. Bis heute zahlen bedürftige Augsburger Bürgerinnen und Bürger dort eine symbolische Jahreskaltmiete von gerade einmal 88 Cent, verbunden mit der alten Tradition von drei täglichen Gebeten.
Auch reformationsgeschichtlich ist Augsburg bedeutsam. Hier sah sich Martin Luther 1518 dem päpstlichen Gesandten Kardinal Cajetan gegenüber, ein historisches Verhör, bei dem Luther standhaft blieb: Er widerrief seine Schriften nicht. Nur zwölf Jahre später wurde Kaiser Karl V. hier die „Confessio Augustana“ überreicht, das Fundament der lutherischen Kirche, bevor 1555 schließlich der Augsburger Religionsfrieden besiegelt wurde.
Das Programm der Gemeindefahrt bot sogar noch mehr: Auf der Hinfahrt legte die Gruppe einen Zwischenstopp im mittelalterlichen Rothenburg ob der Tauber ein, auf dem Rückweg ging es nach Würzburg. Dazu standen das idyllische Landsberg am Lech und zwei ganz unterschiedliche Klosterbesuche auf dem Plan. Im Zisterzienserinnenkloster Oberschönenfeld gab es einen geistlichen Impuls in der Klosterkirche, während in der Erzabtei St. Ottilien rund 80 Benediktinermönche Einblick in ihren Alltag gaben.