Arbeitskreis Soziales Westerburg ist solidarisch mit Ahmadiyya Muslim Gemeinde

veröffentlicht 28.08.2026 von bon, Ev. Dekanat Westerwald

Der Vorfall vor der Bait-ul-Quddus-Moschee in Bad Marienberg sorgte für Bestürzung: Unbekannte hatten dort einen Schweinekopf abgelegt und Teile des Gebäudes beschädigt.

Nun hat der Arbeitskreis Soziales Westerburg Vertreter der Ahmadiyya Muslim Gemeinde eingeladen, um über diese islamfeindliche Provokation zu sprechen: Während seiner jüngsten Sitzung in den Räumen der Regionalen Diakonie in Westerburg sicherte er der Ahmadiyya Muslim Gemeinde Solidarität zu und lobte deren Engagement mit wertschätzenden Worten. 

Viel Unterstützung erlebt

Zunächst berichteten Rashid Mahmood und Mazen Uklah, was vor rund vier Wochen vorgefallen war: Ein abgetrennter Schweinekopf lag vor der Moschee, und nur zwei Tage später beschädigten Unbekannte ein massives Treppengeländer am Gebäude und hinterließen Schmierereien an einer Wand. Ein Ereignis, das viele Gemeindemitglieder verunsichert, sagt Rashid Mahmood, der für den interreligiösen Dialog zuständig ist: „Daraufhin haben wir viel Unterstützung aus der Region erlebt – was uns Mut macht. Trotzdem werden wir hellhörig, denn bundesweit werden die Stimmen gegen die islamische Gemeinde lauter – und wenn diese Stimmen von der Politik kommen, macht uns das Sorgen.“ Deshalb ist es künftig umso wichtiger, Aufklärungsarbeit zu leisten: „Wir dürfen nicht nachlassen, uns für Projekte einzusetzen, die die Demokratie und den Frieden fördern“, sagt das ehemalige Vorstandsmitglied der Gemeinde, Mazen Uklah.

Ein Ziel, das auch dem Arbeitskreis Soziales am Herzen liegt. „Die Ahmadiyya Muslim Gemeinde ist seit einigen Jahren ein zuverlässiger Partner, der unsere Wertschätzung verdient hat. Wir stehen fest an Eurer Seite und verurteilen anti-muslimische Aktionen wie diese aufs Schärfste“, betont Arbeitskreis-Mitglied Kai Zander (Regionale Diakonie Westerwald Rhein-Lahn). 

Religionsfreiheit schützen

Dass die Ahmadiyya-Gemeinde das Gemeinwohl im Blick hat, unterstreicht auch Nadine Bongard, Bildungsreferentin des Evangelischen Dekanats Westerwald: „Wir als Arbeitskreis sind beeindruckt von den Aktionen und dem Einsatz der Gemeinde. Die Religionsfreiheit ist eine Errungenschaft, die geschützt werden muss“, sagt sie. „Wir alle gehören zu dieser Gesellschaft, und wir alle müssen etwas dazu beitragen, damit diese Gesellschaft gesund bleibt.“  

Der Arbeitskreis Soziales Westerburg ist eine Kooperation von VertreterInnen der Stadt und Verbandsgemeinde Westerburg, der Kirchen, Schulen, und sozialer Einrichtungen wie der Regionalen Diakonie Westerwald oder der WeKISS. (bon)