Aeham Ahmad und Cornelius Hummel inspirierten ihr Publikum

veröffentlicht 16.06.2026 von shg, Ev. Dekanat Westerwald

Zwischen jedem ihrer Lieder bedankten sich die beiden Musiker herzlich beieinander für das fruchtbare Zusammenspiel und drückten ihre Freude über die Kooperation aus. „Das Wesen unserer Konzerte ist nie gleich, es muss immer lebendig sein“, beschrieb Cellist Cornelius Hummel die musikalische Verbindung mit dem Pianisten und Sänger Aeham Ahmad.

Diese lebendige Energie prägte das gesamte Konzert in der Hachenburger Stadthalle. Unter dem Titel „Connecting Cultures“ erlebten rund 70 Besucherinnen und Besucher einen eindrucksvollen Abend, der Musik, persönliche Geschichten und gesellschaftliche Botschaften miteinander verband. Eingeladen hatte der Arbeitskreis Integration und Asyl Hachenburg, der mit diesem Abend sein 25-jähriges Bestehen feierte. Im Mittelpunkt stand der Pianist und Sänger Aeham Ahmad, der als „Pianist aus den Trümmern“ im syrischen Bürgerkrieg internationale Bekanntheit erlangte. Gemeinsam mit dem Cellisten Cornelius Hummel präsentierte er ein Programm voller kultureller Vielfalt und musikalischer Offenheit.

Zusammenspiel der Kulturen

Ahmad, aufgewachsen im palästinensischen Flüchtlingslager Yarmouk in Damaskus, machte mit seinem, auf den Knien balancierten, E-Piano Geschichten über Heimat, Flucht, Angst und Hoffnung spürbar. Cornelius Hummel, langjähriges Mitglied des Orchesters des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden, ergänzte die Darbietung mit seinem feinfühligen Cellospiel. Aus den unterschiedlichen Hintergründen der beiden Künstler entstand eine ganz eigene, gemeinsame Klangsprache, die von Improvisation und gegenseitigem Zuhören lebte. In entspannter Caféhaus-Atmosphäre spielten sie unter anderem Interpretationen von „Freude, schöner Götterfunken“ und „Die Gedanken sind frei“. Zwischen den Stücken machten Auszüge aus Ahmads Büchern das Leben im kriegsgeprägten Damaskus deutlich.

25 Jahre ehrenamtliche Begleitung Asylsuchender in Hachenburg

Pfarrer a.D. Martin Fries unterstrich als Mitbegründer des Arbeitskreises Integration und Asyl in seiner Begrüßung die Bedeutung solcher Abende: „Genau das brauchen wir: Austausch und Brücken zwischen den Menschen.“ Er warnte vor Kräften, die den Zusammenhalt gefährden. Marco Dörner, Erster Beigeordneter der Verbandsgemeinde Hachenburg, würdigte in einem Grußwort die Arbeit des Arbeitskreises. Besonders der Spracherwerb und die Begleitung im Alltag seien entscheidend für eine gelingende Integration: „Der Arbeitskreis ist ein verlässlicher Partner. Sie können sehr stolz auf das Erreichte sein.“ Seit 25 Jahren engagiert sich der Arbeitskreis Integration und Asyl Hachenburg ehrenamtlich für Migranten und Asylsuchende. Neben Sprachkursen bietet der AK Asyl praktische Unterstützung bei Behördengängen und alltäglichen Herausforderungen, konfessionell frei, aber getragen von den evangelischen und katholischen Kirchengemeinden in Hachenburg.