50 Menschen teilen in Gemünden ihre Liebe zur Musik

veröffentlicht 31.08.2026 von bon, Ev. Dekanat Westerwald

Musik war meine erste Liebe und wird meine letzte sein: Die Worte, mit denen Pfarrer Maic Zimmermann den Gottesdienst in der Gemündener Stiftskirche eröffnet, sie passen. Denn die Zeile aus John Miles‘ Evergreen „Music“ bringt das auf den Punkt, was an diesem Tag rund 50 Menschen nach Gemünden zum Kirchenmusiktag des Evangelischen Dekanats Westerwald geführt hat: die Liebe zur Musik.

Rund fünf Stunden lang haben die Teilnehmenden gemeinsam musiziert und das Ergebnis des kreativen Miteinanders in einem schönen Abschlussgottesdienst präsentiert. Das Herzstück des Tages waren drei Ensembles: ein Chor, geleitet von Dekanatskantor Jens Schawaller und Kirchenmusikerin Eva Maria Mombrei, ein Bläserensemble unter der Leitung des Dekanatskantors Christoph Rethmeier und ein Flötenensemble, das Monika Schlößer und Christiane Löflund-Fries betreuten. Drei Stunden lang bereiteten sich die Ensembles auf den Gottesdienst vor und erlebten eine gute und intensive Probenzeit: „Für die Leute ist das ein Sprung ins kalte Wasser. Denn die Werke spielen und singen die meisten heute zum ersten Mal“, sagt Jens Schawaller. „Aber genau das ist für viele eine schöne Herausforderung, auf die sie sich als Gemeinschaft einlassen.“ Eva Maria Mombrei sieht das ähnlich: „Es macht Spaß, den Chor zu leiten. Die SängerInnen sind motiviert – und das spürt man.“ 

Lob für Arbeit vor Ort

Es hilft eben, dass viele Teilnehmende des Kirchenmusiktags durchaus erfahren sind und selbst in einem der Dekanats-Ensembles Musik machen. Zum Beispiel die Blechbläser, denen Christoph Rethmeier ein hohes Niveau bescheinigt: „Die sind sehr gut drauf“, sagt der Kantor schmunzelnd zwischen zwei Proben-Einheiten. „Die Stücke sind nicht leicht. Und trotzdem spielen sie sie fast vom Blatt. Das spricht für die gute Arbeit, die die Posaunenchöre vor Ort leisten.“ Auch das Flötenensemble hat sich für diesen Tag anspruchsvolle Literatur ausgesucht. Eine gute Entscheidung, glauben Christiane Löflund-Fries und Monika Schlößer: „Viele der Flötistinnen waren schon bei der ersten Ausgabe des Kirchenmusiktags im Jahr 2023 dabei. Das sind versierte Leute, mit denen es viel Spaß macht, die Stücke zu erarbeiten“, sind sich beide einig. 

Gespannt auf Klang in Kirche

Die Teilnehmenden selbst erleben die Probearbeit ebenfalls als motivierend. Zum Beispiel Anna aus Seck, deren Stimme im Vox-Humana-Ensemble des Dekanats geschult wurde: „Das Niveau ist schon sportlich“, gesteht die junge Frau. „Aber es stresst mich nicht, sondern macht mir viel Spaß. Und ich bin gespannt, wie die Musik in der großen Stiftskirche klingen wird.“

Bevor es ins historische Gotteshaus geht, ist noch Zeit für eine Pause. Ellen und Wilhelm Heyne haben ein leckeres Büffet vorbereitet, an dem sich die Männer und Frauen für ihren Auftritt im Gottesdienst stärken können. 

Atem als Geschenk

Der beginnt mit einem Vortragsstück der Blechbläser, und schon die Eröffnung zeigt, dass sich die Probearbeit gelohnt hat. Die Musik erfüllt die Kirche mit Klang, und im Laufe des Gottesdienstes wechseln sich historische Vortragsstücke mit modernen Choralvorspielen und sorgsam arrangierten Klassikern ab. Die Predigt übersetzt die Klänge in Worte: Pfarrer Maic Zimmermann spricht über den Atem als Gottesgeschenk, das Klänge erzeugen und Menschen durch die Musik verbinden kann. Ob’s nun die Klänge der Stimme, von Flöten, Trompeten oder einem selbst gebauten Didgeridoo sind, dem der Pfarrer sonore Töne entlockt. Klänge faszinieren eben – und die Liebe zur Musik verbindet Menschen. Der Kirchenmusiktag des Evangelischen Dekanats Westerwald war dafür ein schönes Beispiel. 

Organisiert hat den Tag der Kirchenmusikausschuss des Evangelischen Dekanats. Das ist ein Gremium aus neun musikbegeisterten Ehren- und Hauptamtlichen, dem Monika Schlößer vorsitzt. (bon)