Natürlich nicht nur wegen der Sonne: 18 Paare gaben sich das Ja-Wort, 13 ließen sich segnen; ein Paar feierte seine Silber- und eines seine Goldhochzeit. Spontan, ohne große Vorbereitung, aber mit viel Herz.
Segen in der Kneipe und in der Fußgängerzone
Die Evangelische Kirche hat wieder zu „Einfach heiraten“ eingeladen – neben bundesweit mehr als 300 Orten auch in den Westerwald. Acht Pfarrpersonen aus dem Evangelischen Dekanat segneten 33 Paare und deren Liebe. Mitten in Hachenburg, mitten im Leben: am Schloss, im Burggarten, in der Fußgängerzone, in einer Kneipe und der Schlosskirche. Von 15 bis 22 Uhr empfing das Team aus Haupt- und Ehrenamtlichen am Alten Markt die Paare – und viele kamen, um in rund 20-minütigen Zeremonien ihre Liebe segnen zu lassen.
Wünsche erfüllt
Oder eben: um kirchlich zu heiraten. So wie’s Olaf und Jessica an diesem Tag wagten. Sie haben sich schon vor 16 Jahren da Ja-Wort gegeben – auf dem Standesamt. „Aber mein Traum war es immer, kirchlich zu heiraten. Aber irgendwie passte das nie; auch finanziell nicht“, sagt Jessica. Dank Einfach heiraten konnten sie sich diesen Wunsch nun erfüllen und ganz unkompliziert vor Gott und den Menschen Ja zueinander sagen. Im schönen Ambiente des Schlossinnenhofs segnete sie Pfarrerin Swenja Müller und wünschte den beiden, dass sich ihre Liebe immer mehr entwickelt; tiefer und reifer wird. Zwischendurch spielte der Sänger Anatoli Lieblings- und Liebessongs – und die Tränen flossen. Natürlich nicht zum einzigen Mal an diesem Tag: Viele Paare lasen sich gegenseitige Eheversprechen vor. Versprechen, die berühren: die Paare, deren Freunde – und auch die Pfarrerinnen und Pfarrer: „Das ist das Besondere an Einfach heiraten: Diese Mischung aus Lockerheit und dieser tiefen Ernsthaftigkeit und Emotionalität, die die Trauungen haben“, sagt Pfarrer Maic Zimmermann. „Ich finde: Es fehlt nichts; alles ist trotz der recht kurzen Zeremonie mit drin: Die Ansprache, die Trauung, der Segen, Musik, der Sekt und sogar ein Paarfoto.“
Jedes Jahr dabei
Diese besondere Mischung lieben auch Gritty und Ralf aus Hachenburg. Sie sind zum zweiten Mal bei Einfach heiraten – natürlich wieder angemessen gekleidet und mit einem Ja zum anderen, das immer noch von Herzen kommt. „Letztes Jahr sagte mein Mann: ,Ich würde Dich immer wieder heiraten!‘. Ich nehme ihn beim Wort: So Gott will sind wir nun immer bei ,Einfach heiraten‘ dabei und lassen unsere Liebe segnen.“
Oma wäre glücklich
Für Jens und Manuela hat Einfach heiraten ebenfalls eine besondere Bedeutung: Auch sie sind schon lange ein Paar, auch sie erfüllen sich einen Traum – besser gesagt: nicht nur sich: „Nach 31 Jahren brauche ich keine große Hochzeit mehr“, lächelt Manuela, und ihr Mann ergänzt: „Die Oma hat es sich immer gewünscht, dass wir irgendwann mal kirchlich heiraten. Heute können wir ihr und uns diesen Wunsch erfüllen. Auch wenn sie’s leider nicht mehr erlebt.“
Dankbar für 50 Jahre
Reinhard und Elke nehmen Einfach heiraten zum Anlass, um ihre Goldhochzeit zu feiern. Und Gott danke zu sagen: „Wir dachten uns: Das ist doch eine tolle Art, 50 gemeinsame Jahre zu würdigen. Wir sind dankbar für unser Leben und dass wir noch fit sind“, sagt Reinhard.
Gute Idee!
Für andere kam Einfach heiraten indes spontaner. Sehr viel spontaner. Zum Beispiel für Kathrin, die von ihrem Mann mit einer Feier zum 15. Hochzeitstag überrascht wurde. „Man muss die Feste eben feiern, wie sie fallen“, sagt Alex lachend. „Ich habe heimlich 60 Freunde eingeladen und Pfarrer Benjamin Schiwietz gebeten, uns zu segnen. Überraschung geglückt, würde ich sagen“, sagt er in einer Traube aus Freundinnen und Freunden, die die beiden in der Fußgängerzone hochleben lassen.
Segen im Kneipenlicht
Viel intimer ging’s in der Gaststätte „Zur Sonne“ zu. Dort segnete Pfarrerin Friederike Zeiler im kleinen Kreis und stimmungsvollen Kneipenlicht ein Paar, das erst nächstes Jahr vor den Traualtar treten will – sich aber schonmal segnen lassen wollte. Und Pfarrerin Monika Christ wurde im Burggarten Teil eines besonderen Coups. Dort überraschten Eva und Laura ihre Partner Andi und Florian mit einem Heiratsantrag, den die Pfarrerin mit einer Segensfeier für die Liebe der Paare krönte – traumhaft begleitet von Sängerin Sandra Huth.
Viele Helfende
Apropos traumhaft: Auch die anderen Haupt- und Ehrenamtlichen trugen dazu bei, dass der Tag für die Paare ein ganz besonderer war: die Westerburger Turmbläser, die im Innenhof des Schlosses tapfer den Temperaturen trotzten; Matthias Ohlig, der nicht nur Klavier spielte, sondern auch Hits der Münchner Freiheit auf einem alten Harmonium interpretierte, Anja Lenz Michels und Carlo Hummer in der Schlosskirche, Fotograf Hieu Duong, die vielen ehrenamtlichen und hauptamtlichen Helfenden, die beim Auf- und Abbau zur Stelle waren und die Trauorte und Paare im Blick hatten. Einfach heiraten 2026 war für sie alle ein Erlebnis. Und für die Paare, die Ja zu ihrer Liebe gesagt haben, erst recht. (bon)