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Ich bin der Herr, dein Arzt

Matthias Grünewald

Der Gekreuzigte zeigt auf der berühmten Darstellung von Matthias Grünewald deutliche Symptome der Mutterkorn-Vergiftung, einer damals verbreiteten und gefürchteten Krankheit. Grünewalds Botschaft an die Patienten, ihre Angehörigen, die Ärzte und Pfleger des Hospitals des Antoniterordens in Isenheim ist also eine Illustration des Wortes des Propheten Jesaja: Fürwahr, er trug unsere Krankheit und lud auf sich unsere Schmerzen (Jes 53,4). Grünewald sagt mit seinem Gemälde: Er trägt auch eure Krankheit und eure Schmerzen.

Gerade jetzt, wo Millionen von Menschen unter den Folgen der Corona-Pandemie leiden, ist diese Botschaft notwendig und heilsam. Sie ist notwendig, weil sie uns klar macht, dass die Pandemie keine Strafe Gottes für irgendwen ist und dass sich damit die Suche nach Sündenböcken von selbst verbietet. Deshalb sind Verschwörungstheorien in diesem Zusammenhang unchristlicher Nonsens.

Und sie ist heilsam, weil sie uns lehrt, wie mit allen, die direkt oder indirekt unter den Folgen der Pandemie leiden, umgehen sollen. Das Leiden Christi an den Krankheiten der Menschen, seine Solidarität mit den Hilfsbedürftigen gibt auch uns  das Vorbild für unser Verhalten: nicht das Anhäufen von Gütern auf Kosten anderer durch Hamsterei oder Abzocke, sondern Unterstützung für die Kranken und für alle, die mit ihrer Pflege beauftragt sind. Gerade den Menschen in den Pflegeberufen sollte nicht nur unser Applaus gelten, sondern vor allem Anerkennung durch eine angemessene Bezahlung und materielle Ausstattung bei ihrer Arbeit. Sonst bleibt der Applaus allzu billig.

Doch gibt der Isenheimer Altar auch einen Hinweis darauf, wie die Sache ausgehen wird: der Glaube an die Auferstehung Christi gibt uns die Hoffnung auf die endgültige Überwindung aller Krankheiten und Schmerzen, allerdings nicht durch clevere gesundheitspolitische Strategien, sondern allein durch Gott selbst. Er sagt: Ich bin der Herr, dein Arzt (Ex 15,26)

Pfarrer und Dekan Dr. Axel Wengenroth

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